KOREAKRIEG

Die Landung in Incheon im Koreakrieg 1950

Inchon
Foto: Wikimedia
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03.03.2016.
u 15:38

Der Hafen von Incheon war schwer zugänglich, besonders wegen der Gezeiten, die einen ganz kurzen „Zeitfenster“ für die Landung zuließen.

Nach der japanischen Kapitulation wurde Korea nördlich vom 38. Breitengrad von sowjetischen und südlich davon von US-amerikanischen Truppen besetzt. Daraufhin bildete sich in Nordkorea ein kommunistisches Regime unter Kim Il Sung und in Südkorea ein pro-westliches unter Syngman Rhee.

Am 25. Juni 1950 griff Nordkorea seinen südlichen Nachbar an und konnte fast ganz Südkorea erobern, mit Ausnahme eines schmalen Brückenkopfes um den Hafen von Pusan. Der UNO-Sicherheitsrat stimmte unter Anregung des USA – und weil der sowjetische Delegierte, wegen der Weigerung der UNO das kommunistische China anzuerkennen, abwesend war – für eine Verurteilung der nordkoreanischen Aggression und billigte in Folge eine militärische Intervention unter amerikanischem Oberkommando. Der amerikanische Oberbefehlshaber, General Douglas MacArthur, plante gleich eine große Landung im Hafen von Incheon, in der Nähe der besetzten südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Anschließend wollte man, zusammen mit den in Pusan eingeschlossenen südkoreanischen und UNO-Truppen, mit einer Offensive in der Landesmitte beginnen, um die nach Süden vorgedrungene nordkoreanische Truppen abzuschneiden und zu vernichten.

Der Hafen von Incheon war schwer zugänglich, besonders wegen der Gezeiten, die einen ganz kurzen „Zeitfenster“ für die Landung zuließen. Der Unterschied zwischen Flut und Ebbe kann in Incheon bis 9 m betragen! Auch deshalb gelang es den UNO-Truppen die Nordkoreaner zu überraschen, die eine solche Unternehmung gar nicht erwarteten.

Die Operation begann um 6.25 Uhr des 15. September 1950 mit der Landung der US-Marines mit Panzern auf die Insel Wolmi-Do, die schon um 7.50 Uhr unter ihre Kontrolle gebracht wurde. Um 17.35 Uhr begann die Landung des 5. Regiments der 1. Division der US-Marines auf drei Stränden („Red Beach“ im Norden, „Green Beach“ im Westen und „Blue Beach“ im Süden) rund um den Hafen selbst und bis 1.30 Uhr des 16. September wurden alle Ziele eingenommen. Am Mittag des gleichen Tages brachten die Amerikaner die Anhöhen rund um die Stadt unter ihre Kontrolle und eine Woche später wurde auch Seoul befreit.

An der präzise und militärisch brillant ausgeführten Operation mit dem Codenamen „Chromite“ waren über 250 Schiffe beteiligt (darunter vier Kreuzer, sieben Zerstörer und zahlreiche Landungsschiffe und Boote), überwiegend US-amerikanische, aber auch britische, französische, australische, kanadische und südkoreanische. Dazu gab es eine starke Unterstützung aus der Luft. Die UNO-Truppen waren etwa 70 000 Mann stark und erlitten nur geringe Verluste: es gab 220 Gefallene und etwa 800 Verwundete. Die in Incheon liegenden nordkoreanischen Streitkräfte waren mit 6500 Soldaten viel schwächer und sie verloren etwa 1350 Mann.

Als die Nordkoreaner in Gefahr gerieten, abgeschnitten zu werden, zogen sie sich schleunigst nach Norden zurück und innerhalb von zwei Wochen war das Gebiet südlich vom 38. Breitengrad wieder frei. Die UNO-Truppen ließen sich aber dazu verleiten, ihre Offensive auch nördlich vom 38. Breitengrad fortzusetzen. Als sie Yalu erreichten, den Grenzfluss mit China, griffen auch die Chinesen in den Konflikt ein. Der Koreakrieg dauerte noch weitere drei Jahre und wurde erst am 27. Juli 1953 durch die Unterzeichnung eines Waffenstillstandes beendet. Die Teilung des Landes in Nord- und Südkorea blieb bis heute bestehen.

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